Casino in Uerdingen – Denkmal wird abgerissen

Der Werkstoffhersteller Covestro und die Stadt Krefeld haben sich nach einigem Hin und Her geeinigt: Das in Uerdingen am Rheinufer befindliche Casino, das eigentlich unter Denkmalschutz steht, darf nun offiziell abgerissen werden. Allerdings soll der Konzern eine komplette Dokumentation zum Gebäude vorlegen. Erst, wenn alles korrekt abgewickelt ist, dürfen die Verantwortlichen mit schwerem Geschütz auffallen und das Casino dem Erdboden gleich machen.

Casino UerdingenWikipedia schreibt über das Unternehmen: „Die Covestro AG ist ein Werkstoffhersteller mit Sitz in Leverkusen in Deutschland. Sie ist 2015 aus der ehemaligen Kunststoffsparte der Bayer AG hervorgegangen und firmierte bis dahin unter Bayer MaterialScience.“ Schon seit einigen Jahren ist die Spielbank nicht mehr aktiv. Das Problem: Sie befindet sich unmittelbar auf dem Betriebsgelände des Chemparks. Weil das Gebäude für die Covestro ungeeignet ist, hatte man bei der Stadt darum gebeten, das denkmalgeschützte Casino abreißen zu dürfen. Am 16. Julie 2018 wurde nun offiziell die Genehmigung dazu erteilt. Dies gab Timo Baumeister, der Stadtsprecher in Krefeld, am gestrigen Dienstag bekannt.

Dokumentation vor Abriss erforderlich

Der Bagger steht bereits in den Startlöchern, doch noch müssen einige Auflagen erfüllt werden, ehe der Abriss des Casinos in Uerdingen erfolgen kann. Die Stadt verlangt nämlich zunächst eine Dokumentation über das Gebäude. Aus dieser muss hervorgehen, inwieweit der Denkmalschutz eine Rolle für den geplanten Abriss steht. Die Kosten für die Dokumentation trägt die Covestra AG aus eigener Tasche. Sofern der Landschaftsverband alles geprüft und grünes Licht gegeben hat, kann der Abbruch offiziell beginnen. Das teilte die Stadt ausdrücklich mit.

Anders als erwartet kamen Krefeld und der Chemiekonzern nach langen Verhandlungen ganz ohne rechtlichen Beistand aus. Die Einigung, das Gebäude abreißen zu dürfen, erfolgte diesmal außergerichtlich. Laut Stadtsprecher war es der Covestra gelungen, sachliche Fakten zu nennen, die für den Abriss sprechen. Das ehemalige Casino ist offensichtlich schon sehr lange nicht mehr nutzbar – weder als Spielbank noch in irgendeiner anderen Form. Für den Konzern bedeutet die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes Unkosten, die sich wirtschaftlich alles andere als rentieren. Bereits im Mai 2018 hatte es eine Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegeben. Damals gewann die Stadt Krefeld und das Casino war damit offiziell als denkmalgeschütztes Gebäude zu betrachten. Laut Gericht ist es zulässig, das Haus in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude eintragen zu lassen. Dies allein war aber letztlich nicht ausreichend für einen endgültigen Entscheid. Der wiederum wurde erst vor wenigen Tagen gefällt.

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Abbruchgenehmigung lässt Covestra aufatmen

Nachdem der Teil des Verfahrens abgeschlossen war, stellte der Konzern einen Antrag auf Abbruch. Die Voraussetzungen sind bei denkmalgeschützten Gebäuden jedoch deutlich strenger als bei einem normalen Haus. Demnach bleibt nur, die erforderliche Dokumentation durchführen zu lassen und einzureichen, damit die Prüfung abgeschlossen werden kann. Das Gericht selbst hatte beiden Parteien ans Herz gelegt, sich in diesem Punkt möglichst außergerichtlich zu einigen. Wider Erwarten hat das diesmal erstaunlich gut funktioniert. Der Senat erklärte, er habe Zweifel daran, dass es rechtens ist, die Abbruchgenehmigung ohne Wenn und Aber zu verweigern. Hierzu erklärte der Stadtsprecher: „Auch für ein denkmalgeschütztes Gebäude kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Abbruchgenehmigung erteilt werden. Dies ist entsprechend rechtskonform erfolgt.“

Wenn das Bayer Casino abgerissen hat, dann verschwindet in Uerdingen ein Stück Geschichte. Erbaut wurde die Spielbank bereits im Jahr 1961 – vom Krefelder Architekten Helmut Hentrich, der das Gebäude damals mit Liebe zum Detail plante. Aus dem bereits geschriebenen Gutachten geht hervor, dass „aus architekturgeschichtlichen und geschichtswissenschaftlichen Gründen ein öffentliches Interesse“ an dem Erhalt des Casinos bestehe. Allein die Qualität des Bauwerks ist verblüffend. Hinzu kommt, dass in ihm Sozialgeschichte geschrieben wurde. Für damalige Verhältnisse war das Bayer Casino absolut modern. Nun sieht es allerdings so aus, als müsse sich die Stadt von der Spielbank verabschieden. Noch wartet die Stadt auf die Dokumentation. Da bereits eine Abrissgenehmigung erteilt wurde, ist es sicher nur noch eine Frage von Wochen, bis das einst so noble Bayer Casino dem Erdboden gleich gemacht wird.

Über den Autor: Paul Josh

Paul Josh

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