Deutschland will Lootboxen verbieten

In der heutigen Zeit werden Lootboxen immer häufiger verwendet und in Videospiele integriert. Genau damit werden diese allerdings zu Glücksspielen. Deutschland hat nun entschieden, über ein generelles Verbot von Lootboxen nachzudenken. Es wird derzeit geprüft, ob sich ein solches Verbot grundsätzlich durchsetzen lässt.

BattlefrontExperten haben festgestellt, dass Videospiele durch den Einsatz der besagten Lootboxen mehr oder weniger auffällig in Glücksspiele verwandelt werden. Die Gaming Kommission in Belgien ist bereits seit geraumer Zeit bestrebt, ein Verbot der Boxen durchzusetzen. Das Kauf Element soll auch in Deutschland nicht mehr geduldet werden. Allerdings muss man sich zunächst mit der Frage beschäftigen, ob sich Lootboxen überhaupt verbieten lassen. Die Kommission für Jugendmedienschutz arbeitet mit Hochdruck daran, diese Frage klären zu lassen.

Videospiele ähneln Glücksspielen immer mehr

Bis vor wenigen Jahren ließen sich Videospiele für Kinder und Jugendliche recht eindeutig von Glücksspielen unterscheiden. Letztere sind schon seit jeher Erwachsenen vorbehalten. Wer echtes Geld ins Spiel investieren will, der muss das 18. Lebensjahr vollendet haben. Inzwischen verschwimmen die Grenzen zwischen Video- und Glücksspiel jedoch immer mehr. Dies hat eine unveröffentlichte Studie bereits vor einigen Monaten ergeben. Seither wir die Kritik an den häufig in Videospiele integrierten Lootboxen lauter. Spielsuchtexperten warnen vor den Gefahren, die diese Boxen mit sich bringen. Auch und gerade Handy Spiele werden zu einem Problem, denn hierin verstecken sich Lootboxen, die Kinder und Jugendliche gar nicht einschätzen können. Schnell sind erforderliche Objekte über die Handyrechnung, PayPal und Co. gekauft – einfach deshalb, weil es ohne diese Objekte keine Möglichkeit gibt, im Spiel weiter zu kommen.

Auch unter Spielern wird die Kritik an Lootboxen immer deutlicher – insbesondere, wenn es sich um Vollkaufspiele handelt. Wirklichen Ärger gab es um Battlefront 2 aus dem Hause EA Games. Die Version musste voll bezahlt werden, dennoch hatte EA eine Lootbox ins Spiel integriert. Ohne den Zukauf ist es nicht möglich, weitere Level zu erreichen. Dem Ärger machen Spieler Luft, und letztlich wurden damit auch die Kommission für Jugendmedienschutz auf die Problematik aufmerksam, die dem „Glücksspiel im Videospiel“ nun ein Ende setzen will.

Was sind überhaupt Lootboxen?

Giga definiert den Begriff, der derzeit gerade in Deutschland für Furore sorgt, sehr einfach: „Lootboxen sind in das Spiel integrierte Zusatzkaufoptionen für die Spieler. Gezahlt wird per erspielter oder zumeist mit in Echtgeld gekaufter In-Game-Währung. Ursprünglich waren Lootboxen hauptsächlich aus dem Bereich der Free2Play-Titel bekannt. Publisher versuchen auf diese Weise, kostenfreie Spiele durch reizvolle, jedoch kostenpflichtige In-Game-Käufe zu refinanzieren. Mittlerweile betrifft dies jedoch zudem auch klassische Vollpreisspiele.

Spieler kaufen die Spiele für rund 60 Euro und können dann darüber hinaus optional, zumeist reizvolle und teils gar unverzichtbare Zusatzkäufe über integrierte Lootboxen erwerben. Und: Wer eine Lootbox kauft, weiß vorher nicht, was er erhält. Umschreiben lässt sich eine Lootbox daher am ehesten als Blindkauf von vorher nicht feststehenden digitalen Items (Gütern). Spieler kaufen eine Box und hoffen auf den erwünschten, tollen Inhalt. Dieser muss aber nicht enthalten sein. Erhält man nicht den gewünschten Inhalt, kaufen viele direkt weiter. Nach dem Kauf können Spieler dann u.a. Zusatz-Waffen, Waffen-Upgrades, weitere Charaktere und Fähigkeiten, zusätzliche In-Game-Währung, oder auch kosmetische Änderungen erhalten.

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Generelles Verbot von Lootboxen in Deutschland

Das Problem sind nicht nur die Spieler, die viel Geld für ihre Vollversion ausgeben, um am Ende durch Lootboxen noch einmal ordentlich draufzuzahlen. Man bedenke, dass Videospiele von immer jüngeren Kindern genutzt werden. Heute besitzen selbst viele Grundschüler ein Handy oder einen PC. Videospiele Apps mögen zwar kostenlos zu installieren sein, ohne Upgrades ist die Spielfreude jedoch nur von kurzer Dauer. Kurzerhand werden die Kinder dazu animiert, Geld für Lootboxen auszugeben. Mit einem Klick ist der Kauf abgeschlossen – und das, obgleich unter 14-jährige absolut nicht geschäftsfähig sind.

Da Lootboxen gleichzeitig einige Merkmale von Glücksspielen besitzen und zudem eine Sucht auslösen können, will man sie nun in Deutschland verbieten. Noch dauert die Prüfung einer Durchsetzung des Verbots an. Bereits im März wird geklärt sein, ob es tatsächlich möglich ist, einen Schlussstrich unter die verhassten Lootboxen zu ziehen.