Europas Glücksspielgesetze – so sehen sie aus

Nach wie vor tut man sich in Deutschland schwer damit, ausländische Casinoseiten und andere Glücksspielunternehmen offiziell zu regulieren. Lizenzen gab es bisher nur in Schleswig-Holstein. Ein Lichtblick ist die Tatsache, dass die zuletzt geplante Fassung des Staatsvertrags von gleich mehreren Bundesländern nicht unterzeichnet wurde. Das macht Hoffnung darauf, dass es möglicherweise doch irgendwann Lizenzen für nicht inländische Unternehmen geben wird. Auch in Österreich sieht es bisher nicht viel besser aus. Man hat sogar den Plan, Webseiten von Online Casinos, Buchmachern und Co. komplett aus dem Land zu verbannen. Die Schweiz schließt sich vorerst an. Dort soll jedoch schon in wenigen Tagen ein Volksentscheid die Marschrichtung vorgeben. Spricht die Mehrheit der Bürger für die Liberalisierung von Online Anbietern, werden künftig möglicherweise zumindest einige Unternehmen unter strengen Vorgaben reguliert.

GesetzeVon einem einheitlichen Europa kann gerade beim Thema Glücksspiel nicht die Rede sein. Deutschlands Politiker winden sich nun schon seit Jahren. Auf der einen Seite nähert man sich den Befürwortern an, auf der anderen wird immer wieder von einer Netzsperre gesprochen – so, wie sie auch die Schweiz durchziehen will. Spieler befinden sich in einer rechtlichen Grauzone, denn die meisten in der EU lizenzierten Glücksspielbetreiber berufen sich nach wie vor auf die Dienstleistungsfreiheit. Diese umfasst nun auch Casino Spiele und Sportwetten. Am Ende ist das Gesetz der EU reine Auslegungssache. Klagen gegen Deutschland hatte es bereits gegeben, die allerdings zurückgezogen wurden in der Hoffnung, dass die Politik irgendwann einlenkt. Bisweilen ist davon nicht viel spürbar.

So regulieren andere EU-Länder das Glücksspiel

DänemarkDass es auch anders geht, das haben diverse Länder bereits eindrucksvoll bewiesen.

Dänemark kann inzwischen als echter Vorreiter bezeichnet werden. Unter gewissen, wenn auch strengen Voraussetzungen ist es Online Casinos hier durchaus möglich, eine Lizenz für Ihre Webseiten zu erhalten. Dasselbe gilt für andere Glücksspielunternehmen, wie zum Beispiel Buchmacher. Diese werden, was die Lizenzvergabe anbelangt, auf eine Stufe mit staatlichen Anbietern gestellt.

Für eine seriöse und sichere Regulierung ist bei den Dänen selbstverständlich gesorgt. Schließlich hat der Spielerschutz hier einen genauso hohen Stellenwert wie in anderen Teilen Europas.

ItalienItalien sieht die Sache ähnlich. Seit kurzem ist man auch dort bereit, sich der wachsenden virtuellen Glücksspielbranche zu öffnen. Der Markt ermöglicht einigen Unternehmen, sich auf Lizenzen zu bewerben.

Insgesamt soll es in Italien etwa 17 Millionen Spieler geben. Diese müssen inzwischen nicht mehr ausschließlich auf staatliche Angebote setzen, sondern können auch den regulierten Online Markt nutzen – sofern sie denn wollen.

Franzosen und Briten gehen auseinander

FrankreichFrankreich ist in puncto Glücksspiel ein wenig zwiespältig.

Poker, Sportwetten sowie Pferdewetten können die Bürger seit vielen Jahren sowohl online als auch bei staatlichen Anbietern nutzen. Geht es allerdings um die heute so beliebten Online Casinos, schaltet die Politik noch immer auf Durchzug.

Bisher ist es ausländischen Casinobetreibern in Frankreich tatsächlich nicht möglich, eine offizielle Glücksspiellizenz zu erhalten. Bleibt also auch hier nur die Option, sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit zu berufen – ein nicht ganz einfaches Unterfangen für die Betreiber moderner Online Casinos.

EnglandEin echtes Glücksspiel-Kontrastprogramm erleben die Briten.

In Großbritannien hat offenbar niemand etwas gegen Glücksspiele einzuwenden. Der Markt ist prallgefüllt mit offiziell lizenzierten Unternehmen – darunter allein rund 10.000 Buchmacher. Neben rund 150 landbasierten Casinos und Spielhallen gibt es satte 2.000 Online Casinos, die offiziell ihre Spiele anbieten dürfen.

Die UK Gambling Commission hat hier ganz eindeutig alles im Griff. Auch einige der in Deutschland aktiven Unternehmen verfügen über eine Lizenz der britischen Glücksspielbehörde.

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Es wäre eigentlich recht simpel, sich ein Beispiel an Großbritannien oder Dänemark zu nehmen. Allerdings tun sich Deutschland, Österreich und die Schweiz schon seit ewigen Zeiten schwer damit, einen Weg zur ordentlichen Regulierung des Glücksspiels zu finden. Bleibt zu hoffen, dass es irgendwann doch eine zufriedenstellende Lösung für alle Seiten gibt – auch, wenn wir darauf vermutilch noch einige Jahre warten müssen.