Geldwäsche soll in Japan gestoppt werden

Das Thema Geldwäsche beschäftigt offenbar nicht nur Europa. Auch in Japan sucht man derzeit nach einem Weg, den wachsenden „Markt“ zu stoppen oder wenigstens deutlich einzudämmen. Aktuell arbeitet die Regierung an einem neuen Konzept. Ziel ist es, Casinobetreiber zur Weitergabe aller Kundendaten zu verpflichten. Insbesondere rücken hierbei Spieler in den Fokus, die eine Million Yen und mehr ins Casino investieren. Umgerechnet kann man von etwas über 7.000 Euro sprechen. Ist der Transfer auf diesem Niveau, dann müssen Japans Casinobetreiber möglicherweise künftig sofort reagieren. Die Regierung will veranlassen, dass die Verantwortlichen Details wie Namen, Geburtsdaten und Adressen weiterleiten. Auch die Uhrzeit und das Datum des Transfers sind für den Geldwäscheschutz von Bedeutung.

JapanAuf der einen Seite stehen die Spieler im Fokus. Allerdings geht es Japans Regierung viel mehr darum, den Betreibern den sprichwörtlichen Wind aus den Segeln zu nehmen und zu verhindern, dass diese das Geld für Terrorismus und Geldwäsche einsetzen können. Alle genannten Personendaten sowie weitere Details sollen aus diesem Grund an den Casino Ausschuss weitergegeben werden. Japan ist nicht das einzige Land, das eine solche Schutzmaßnahme ergreift. In Singapur funktionieren die Kontrollen des Staats nahezu identisch. Hier müssen allerdings schon Beträge ab rund 6.100 Euro gemeldet werden, damit die Aufsichtsbehörde gegebenenfalls direkt reagieren kann.

Casinos in Japan bisher verboten

Zum aktuellen Zeitpunkt sind Casinos in Japan generell verboten. Mit Einführung der Geldwäsche-Regulierung könnte es aber schon sehr bald erlaubt sein, Glücksspiele im Land zu betreiben. Die Politik ist sich bereits seit geraumer Zeit einig darüber, dass man die Legalisierung von Spielbanken und Casinos nicht mehr länger vor sich herschieben kann. Allerdings braucht es dazu einen geordneten Rahmen – auch und gerade, wenn es um die Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus geht. Obgleich es noch keine legalen Anbieter gibt, ist auch in Japan ein wahrer Glücksspiel-Boom ausgebrochen. Es gibt zahllose Spielhallen, in denen an Automaten gezockt werden kann. Man fürchtet umso mehr darum, dass sich irgendwann eine massive Spielsucht im ganzen Land ausbreiten könnte. An den Geräten wird bisher zwar lediglich um Sachpreise gespielt, so dass diese weiterhin legal betrieben werden dürfen. Der Drang vieler Spieler ist aber dennoch groß. Würde es nun um Echtgeld gehen, wären viele Japaner sicher kaum mehr zu stoppen.

Gerade weil Glücksspiele in Japan sehr beliebt sind, will sie die Regierung nun ordentlich regulieren – und setzt dabei insbesondere auf eine strenge Kontrolle der Spieler. Singapur hat bereits eindrucksvoll bewiesen, dass dies absolut möglich ist. Auch dort waren Glücksspiele nämlich noch bis vor einigen Jahren illegal. Irgendwann hat sich Singapur dann dazu entschieden, die Wirtschaft durch die Eröffnung eines Casinoresorts anzukurbeln und den Tourismus gleichzeitig zu fördern. Der Plan scheint aufzugehen. Aber: Alle Gäste, die in Singapur leben, haben vor dem Eintritt eine Gebühr in Höhe von 60 Dollar zu entrichten. So sollen die Einheimischen vor möglicher Spielsucht geschützt werden.

Platincasino

Japan bietet gigantischen Markt

Die bereits vorhandenen Automaten stoßen in Japan auf große Resonanz – auch, wenn bisher keine echten Gewinne zu erzielen sind. Allein durch diese Geräte ist es dem Land gelungen, einen der größten Glücksspielmärkte weltweit zu erschaffen. Spielhallen, Buchmacher und Lotterien nehmen jedes Jahr rund 140 Milliarden Euro ein. Die Tendenz geht weiter nach oben. Allein auf die Spielhallen mit den Spaß-Automaten entfallen um die 60% der Gesamteinnahmen. Dass das Thema Spielsucht nicht unter den Teppich gekehrt werden darf, versteht sich von selbst. Mit der geplanten Maßnahme, Spieler ab 1 Million Yen zu melden, könnte das Problem zumindest deutlich eingedämmt werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn auffällige Spieler direkt gesperrt würden – und zwar in sämtlichen Casinos und Spielhallen des Landes. Schwierig gestaltet es sich, die Legalisierung und den Spielerschutz unter einen Hut zu bringen. Demnach macht es Sinn, sich an Singapur zu orientieren. Ob die geplante Wirkung damit erreicht wird, das bleibt abzuwarten.