Glücksspiel-Mafia in Berlin hochgenommen

Immer wieder hat die Berliner Polizei mit illegalem Glücksspiel zu kämpfen. Nun ist es den Beamten im Zuge einer Großrazzia gelungen, einen ganzen Glücksspielmafia-Ring zu sprengen. Überprüft wurden 31 so genannte Café Casinos in den Berliner Stadtteilen Reinickendorf und Wedding. Dabei fielen Polizei und Steuerfahndern ganze 23 Spielgerät auf, die von illegal betrieben wurden. Die Verantwortlichen der Razzia beschlagnahmten die Geräte und legten diese direkt vor Ort still.

Berlin GlücksspielInsgesamt werden nun 54 Ordnungswidrigkeiten angezeigt. Das ist allerdings erst der Anfang, denn gerade in Deutschlands Hauptstadt ist die Mafia sehr stark vertreten. Es gibt auch in anderen großen Städten Deutschlands immer wieder ganze Ringe, die in der Branche unerlaubt Spielautomaten betreiben oder aber Kartenspiele in Hinterzimmern betreiben. Für die Beamten gestaltet es sich nahezu unmöglich, den Kampf gegen Windmühlen zu gewinnen. Immerhin ist ein Anfang gemacht. Das Problem: Allein in Berlin weiß man um rund 50.000 Spielsüchtige. Die Dunkelzimmer ist vermutlich um ein Vielfaches höher. Dieses Wissen nutzen mafia-ähnliche „Unternehmer“, um immer wieder neue Hinterzimmer mit Spielen auszustatten, die gegen das geltende Gesetz verstoßen.

Ein nicht enden wollender Kampf gegen Glücksspielsucht

Katz und Maus spielen – das ist inzwischen zu einer Art Dauersport der Berliner Polizei geworden. Größtes Problem dabei: Die neue Glücksspielregulierung, die unter anderem Spielhallen-Abstände regelt, ist auch heute noch nicht vollständig umgesetzt worden. In Berlin wird diese Problematik recht schnell deutlich, denn letztlich soll hier das Los darüber entscheiden, welche Spielhallen auch künftig geöffnet bleiben dürfen und welche schließen müssen. Klagen sind die Folge dieser undurchsichtigen Regulierung.

Neben den Betreibern, die auf legalem Wege versuchen, ihr Recht durchzusetzen, gibt es auch immer mehr illegale Unternehmen. Sie tarnen ihre Spielhallen einfach als vermeintliche Cafés. Gespielt wird nicht offensichtlich, sondern in Nebenräumen und Hinterzimmern. Schätzungen zufolge gibt es inzwischen mehr als 1500 Cafés, die eigentlich keine sind. Solche Etablissements dürfen ab dem kommenden Jahr höchstens zwei Spielautomaten aufstellen.

Spielhallen getarnt als Instant Cafés liegen im Trend

Es wurden in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Cafés überprüft. Dort erhalten Kunden allenfalls Instant Kaffee, da angeblich die Kaffeemaschinen defekt seien. Man kann sich bei solchen Etablissements fast sicher sein, dass der gute Kaffee nur vorgeschoben wird. Dies ist letztlich auch dem Verein „Die Deutsche Automatenwirtschaft“ aufgefallen. Man stellte fest, dass die meisten Instant Cafés spätestens um 22 Uhr zum gemütlichen Teil übergehen.

Sobald man sich sicher ist, dass keine Kontrollen mehr stattfinden, werden Spielautomaten aufgestellt und sogar Spieltische aktiviert. Bis dahin sieht es in den Räumlichkeiten aus als würde alles korrekt ablaufen. Die maximal erlaubten Geräte sind angeschlossen, vereinzelt beobachtet man Gäste, die ihr Glück herausfordern. Im Schutze der Dunkelheit jedoch sorgen die Betreiber für ordentliches Einkommen. Schließlich nutzen sie die Spielsucht ihrer Gäste gekonnt aus, um eben mehr zu verdienen als nur zwei Euro für eine Tasse Kaffee.

Die Behörden regulieren das Glücksspiel in Gaststätten klar. Daran halten tun sich jedoch nur die wenigsten. Lediglich den Vollgaststätten ist es erlaubt, Automaten zu betreiben. Rund 1.000 Unternehmen dieser Art sind offiziell mit Genehmigungen ausgestattet worden. Dazu mussten verschiedene Nachweise sowie Führungszeugnisse vorgelegt werden. 2017 gab es rund 400 Anträge von Gaststätten, die allesamt tatsächlich von dem Umsatz der Spielautomaten abhängig sind. Damit erreichen die Betreiber den größten Gewinn. Die meisten werden nicht lange überleben, wenn sie sich und ihre Angestellten allein vom Verkauf der Getränke über Wasser halten müssen.

Mr. Green

Das Hauptproblem ist, dass viele der vermeintlichen Vollgaststätten eigentlich gar keine sind. Die Tarnung dient dazu, den Antrag durchzukriegen – um, wie es die Polizei vermutet, die heutige strikte Gesetzgebung zu umgehen. Einigen Betreibern ist dies bereits gelungen. Demnach müssen die Behörden auch weiterhin zahllose Razzien durchführen, um den Betrügern der Branche überhaupt auf die Schliche zu kommen.

Ein weiteres Problem ist der Spielerschutz. Dieser wird in den meisten Gaststätten überhaupt nicht mehr geboten. Umso höher das Risiko für Gäste, weiter in die Spielsucht abzurutschen. Die beste Regulierung nützt schließlich nichts, wenn Gesetze und Vorgaben so einfach umgangen werden können, wie es auch heute leider noch immer der Fall ist.

Über den Autor: Paul Josh

Paul Josh

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