Glücksspielanbieter aus Deutschland verbannt

Eigentlich gehört Gibraltar zu den zuverlässigsten europäischen Glücksspielbehörden. Unternehmen, die dort lizenziert sind, können deshalb auch in Deutschland aktiv Spiele und Dienstleistungen anbieten. Es gibt jedoch Grenzen, wie nun das Landgericht Koblenz entschied. Einer der in Gibraltar ansässigen Anbieter wurde ein sofortiges Verbot ausgesprochen, deutsche Kunden mit Spielen zu versorgen. Das Unternehmen hatte sich nicht an klare Regeln gehalten. Der Verstoß führt nun zum Verlust tausender Kunden, denn gerade deutsche Spieler sind inzwischen immer häufiger mit Online Spielen beschäftigt.

Casino Lizenz GibraltarDie Tätigkeit wurde vom Landgericht Koblenz untersagt, weil der Anbieter Lotterien betreibt, die zwar wirken wie das staatliche Lotto 6aus49, bei denen es aber faktisch keine Chance auf die Original Jackpots gibt. Dasselbe gilt für den Eurojackpot und die Glücksspirale. Da es sich um keinen in Deutschland lizenzierten Lottoanbieter handelt, muss der Betreiber fortan Abstand davon nehmen, deutschen Spielern Lottoscheine anzubieten. Außerdem dürfen auch keine Werbespots mehr ausgestrahlt werden. Ebenso verboten wurde jede Form von E-Mail und Internetwerbung in Deutschland. Mit dem Urteil will das Landgericht Koblenz Spieler schützen, die bisher fest davon ausgingen, es hier tatsächlich mit den echten Lotterien zu tun zu haben – was eben nicht den Fakten entspricht.

Anbieter muss sich zurückziehen

Anlass für die Verhandlung war eine Klage, die Lotto Rheinland-Pfalz vor einigen Monaten eingereicht hatte. Der Glücksspielbetreiber mit Sitz in Gibraltar habe den staatlichen Lottoanbieter laut Anklage um Einnahmen gebracht. Der beklagte Betreiber bietet offenbar schon seit längerer Zeit bekannte Ziehungen an – darunter Lotto 6aus49, Eurojackpot, Glücksspirale und dergleichen. Dabei war besagter Anbieter gar nicht offiziell mit diesen Lotterien verbunden. Wer hier teilnahm, hatte sicher echte Gewinnchancen. Diese allerdings hatten mit dem echten Jackpot nicht viel zu tun, sondern waren das Ergebnis mühsamer Berechnungen der Betreiber. Mit Auszahlungen gab es nie Probleme. Dass dennoch ein Verbot ausgesprochen und der Klage von Lotto Rheinland-Pfalz stattgegeben wurde, hat allerdings mehrere Gründe. Zum einen kann man von Irreführung sprechen. Wenn ein Spieler Lotto 6aus49 spielt, dann ist er davon überzeugt, dies beim Original zu tun und nicht irgendwelche „nachgeahmten“ Gewinne zu erhalten. Hinzu kommt, dass durch solche Online Angebote immer mehr Tipper ins Internet abwandern. Die staatlichen Lotterien bekommen folglich immer größere wirtschaftliche Probleme.

Theoretisch darf das Unternehmen aus Gibraltar sicher weiter Glücksspiele anbieten. Wenn es allerdings um Lotterien geht, dann ist es nicht zulässig, die staatlichen Angebote in den Vordergrund zu rücken, obwohl der Anbieter keine Erlaubnis „für die Veranstaltung oder Vermittlung von Glücksspielen“ in Deutschland besitzt. Nach wie vor agieren grundsätzlich alle EU Anbieter, die in Deutschland online gehen, in einer rechtlichen Grauzone. Wer Grenzen überschreitet, der muss damit rechnen, wie das in Gibraltar ansässige Unternehmen abgestraft zu werden.

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Darauf sollten Tipper achten

Grundsätzlich ist es nicht unmöglich, auch online an echten deutschen Lotterien teilzunehmen. Allerdings wurden dazu eigens staatliche Webseiten eingerichtet, die zu den jeweils offiziellen Lotterien, in dem Fall Lotto Rheinland-Pfalz, gehören. Wenn nun auf einer nicht lizenzierten Seite getippt wird, handelt es sich bei den in Aussicht gestellten Jackpots nicht um die echten. Demnach gewinnen Spieler zwar Geld, der eigentliche Eurojackpot bzw. Jackpot aus der Lotterie 6aus49 bleibt davon jedoch unberührt. Das Urteil des Landgerichts fiel zudem recht streng aus, weil der Spielerschutz gerade hierzulande einen unglaublichen hohen Stellenwert hat. Glücksspielanbieter aus dem EU Ausland lassen sich nur schwer überwachen und kontrollieren. Das führt zu wachsenden Problemen, auf den die hiesigen Behörden letztlich keinen Einfluss haben. Auch einen Rechtsanspruch können Tipper kaum geltend machen, wenn ein vermeintlicher Jackpot am Ende doch nicht ausgezahlt wird.

Der beklagte Lottoanbieter mit Sitz in Gibraltar gab an, in Berufung gehen zu wollen. Das Urteil vom Landgericht Koblenz ist somit noch nicht rechtskräftig. Ob eine weitere Instanz zugunsten der Betreiber entscheidet, lässt sich bezweifeln. Schließlich bleibt die Irreführung, da eben kein Original Jackpot gewonnen werden kann – auch, wenn die Webseite des Unternehmens dies vermuten lässt.

Über den Autor: Ralf Schneider

Ralf Schneider

Meine Leidenschaft sind Online Casinos - und genau so bin ich vor nunmehr über 10 Jahren zu meinem Beruf gekommen. Heute darf ich mich mit Stolz "Manager" nennen, denn als solcher fungiere ich für Onlinecasinos.de. Gleichzeitig sorge ich dafür, dass unsere Leser immer up to date sind, wenn es ums Thema Casinos geht. Die entsprechenden Testberichte werden von mir nach ausführlicher Recherche verfasst. Tatsachen beschönigen, das kommt für mich nicht in Frage. Hier werden die Fakten auf den Tisch gebracht - die positive Resonanz auf meine Arbeit spricht dabei klar für sich.