Glücksspielring in China hochgenommen

Den chinesischen Behörden ist vor wenigen Tagen ein illegaler Glücksspielring in die Fänge gegangen. Erwischt wurden die Drahtzieher auf WeChat, einem Messenger System, das mit dem hierzulande bekannten WhatsApp vergleichbar ist. Die chinesischen Spieler haben sich gegen das in China geltende Glücksspielgesetz gestellt und auf „Red Packets“ beziehungsweise „Red Envelopes“ gewettet. Hierbei handelt es sich um rote Umschläge, die über WeChat angezeigt wurden. Der Inhalt war für die Teilnehmer nicht sichtbar, allerdings ging es bei dieser speziellen Wett-Form um jede Menge Geld.

Flagge ChinaDurch Zufall wurden die Behörden in der 12 Millionen Einwohner großen Stadt Shenzen im Südosten des Landes auf den Glücksspielring aufmerksam. Über WeChat verfolgten Sie das wilde Treiben um die besagten roten Umschläge und es gelang ihnen damit, ganze 71 Teilnehmer festzunehmen. Alle müssen sich nun wegen des Verdachts des illegalen Glücksspiels verantworten. Was genau auf die Spieler zukommt, darüber haben die Behörden bisher keine weitere Auskunft gegeben. Allerdings sollen ähnliche Wetten auch in weiteren Teilen Chinas aufgefallen sein, denen man nun nachgehen wird.

China hat Glücksspiele generell verboten

Grundsätzlich besagt das chinesische Gesetz, dass es nicht zulässig ist, Glücksspiele anzubieten oder daran teilzunehmen. Im Land müssen also nicht nur Betreiber mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, sondern auch jeder Spieler, der sich an Wetten – wie zuletzt auf die roten Umschläge – beteiligt. Auch beim Poker hat China in den vergangenen Monaten die Leine kurz genommen. Es gibt seit April die klare Ansage, dass in sozialen Netzwerken jede Form des Kartenspiels verboten ist. Mit Ausnahme von Macau dürfen chinesische Städte demnach keine Glücksspiele mehr anbieten. Daran scheinen sich aber vor allen Dingen private Anbieter keineswegs zu stören. Immer wieder wurden in der Vergangenheit Medien wie das chinesische WhatsApp Pendant WeChat genutzt, um Einnahmen durch Glücksspiel zu generieren. Bis dato schien der Plan aufzugehen, doch nun haben die Behörden den recht großen Glücksspielring ausfindig gemacht und mit allen rechtlichen Folgen hochgehen lassen.

Die Sonderverwaltungszone Macau ist ein echter Magnet für Touristen und Einheimische, denn hier sind Casinos seit einigen Jahren erlaubt. Viele Chinesen reisen regelmäßig vom Festland auf die Insel, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Dabei will man es in China belassen, denn es wäre für die Behörden undenkbar, sich in ein Glücksspiel-Chaos zu stürzen. Die Koordination von Online Angeboten und Glücksspielen in sozialen Medien ist schlichtweg unmöglich, zumal China deutlich mehr Einwohner hat als beispielsweise Deutschland. Ziel ist es, der Spielsucht und weiteren Gefahren Herr zu werden, die mit dem illegalen Glücksspiel einhergehen.

Neben dem in China beliebten Nachrichtendienst WeChat wurden auch auf dem Messenger QQ illegale Aktivitäten entdeckt. Insgesamt sollen über 7,5 Millionen Euro an Wetteinsätzen geflossen sein. Inzwischen ist WeChat ein echtes Social Media Magnet geworden. Rund eine Milliarde Nutzer kann das Unternehmen bereits verzeichnen.

Flagge Mr. Green

Das steckt hinter den „Red Packets“

Bei den roten Umschlägen, die im China als Red Packets bzw. Red Envelopes bezeichnet werden, handelt es sich um eine interne Funktion des Messenger Dienstes WeChat. Mit ihr haben Nutzer die Option, Geld an Freunde, Verwandte und Bekannte zu senden. An sich keine schlechte Idee, doch genau diese wird durch den inzwischen ertappten Glücksspielring missbräuchlich eingesetzt. Mittels Robotern setzen die Teilnehmer auf die Red Packets. Gewonnen werden kann mit besonders hohen oder niedrigen Geldbeträgen. Die Spieler wissen natürlich nicht, welche Summen sich in den Umschlägen befinden. Wer möchte, verwandelt das Geld in Punkte und kann mit diesen weitere Wetten abschließen. Auch eine Umrechnung von Punkten in Bargeld funktioniert mit den Red Packets. Immer mehr Spieler setzen inzwischen Roboter ein, die das Wetten für sie übernehmen.

So wurde nun bekanntgegeben: „Einige Veranstalter haben Programme eingeführt, die automatische Berechnungen vornehmen, um die Spielrunden noch effizienter zu machen.“ Da das Wetten über WeChat genauso verboten ist wie alle Glücksspiele in China, müssen nun sowohl die Veranstalter als auch die Spieler mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Mehr Details haben die Behörden zum laufenden Verfahren jedoch noch nicht verraten.

Über den Autor: Paul Josh

Paul Josh

Ich bin Paul Josh und bringe dich auf den aktuellsten Stand der Dinge. Was immer du über die aktuelle Gesetzeslage zum Thema Glücksspiel, über neue Partnerschaften Co. wissen willst und musst, wirst du von mir erfahren. Als Autor bin ich bei Onlinecasinos.de für die News verantwortlich - und die sollten natürlich immer brandaktuell sein. Deshalb ist es mein tägliches Anliegen, zu recherchieren und dir alle Meldungen zu präsentieren, die in der Branche eine Relevanz haben. Die größte Herausforderung besteht darin, Nachrichten aus aller Welt zu filtern.