Nevadas Casinomitarbeiter im Streik

In Las Vegas ist aktuell die Hölle los. Wenn sich die angedrohten Streiks zahlreicher Angestellter in den Casinos bewahrheiten, dann könnte es in der Glücksspielhochburg bereits am 1. Juni 2018 zu einem kompletten Stillstand kommen. Doch was ist überhaupt der Grund dafür, dass das Personal aktuell mit einem Streik droht?

Las VegasLas Vegas zählt nach wie vor rund 40 Millionen Touristen jährlich. Neben Spielbanken sind es die verschiedenen Shows, die zum Verweilen einladen. Stars wie Mariah Carey und Co. haben sich hier längst einen Namen gemacht. Schon bald könnte es jedoch kritisch werden für die Metropole, denn rund 25.000 Angestellte haben am 22. Mai beschlossen, einen Streik anzutreten. Es geht vor allen Dingen um Hotel- und Casinomitarbeiter, die eine leistungsgerechte Bezahlung sowie mehr Klarheit in den Arbeitsverträgen fordern.

Fehlende Arbeitsplatzsicherheit wird zum Problem

Jahr für Jahr erwirtschaftet Las Vegas Milliarden – vor allen Dingen durch den Tourismus. Allerdings könnte damit jetzt Schluss sein, denn wenn tatsächlich über 25.000 Mitarbeiter wegfallen, dürfte es für die Casinos und auch Hotels schwer sein, den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten. Es geht den Arbeitern darum, die Gewerkschaften in die Knie zu zwingen. Bisher führten alle Versuche, Gehälter und Arbeitsbedingungen zu verhandeln, zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Hinzu kommt, dass rund 50.000 Arbeitsverträge, die von den Gewerkschaften ausgestellt wurden, bereits in drei Tagen ablaufen. Ab dem 1. Juni 2018 bräche dann das absolute Chaos in Las Vegas Casinos aus. Insbesondere das Caesars und MGM Resorts sind schwer betroffen. In den beiden Etablissements sind rund die Hälfte derer angestellt, die mit auslaufenden Verträgen dastehen – und die auf eine vernünftige Einigung hoffen.

Der Faktor Einkommen ist nur ein Streitpunkt, bei dem bis heute keine Klarheit geschaffen werden konnte. Weit schlimmer ist aber die Tatsache, dass es keine wirklich sicheren Arbeitsplätze in Las Vegas gibt. Viel Personal wurde in den vergangenen Jahren bereits durch Technik gesetzt, unbefristete Verträge werden immer mehr zur Seltenheit. Die Culinary Union, eine der größten Gewerkschaften Nevadas, hatte sich für einen Streik ausgesprochen. Den Verantwortlichen geht es darum, Mitarbeiter in Hotels, Gaststätten und Casinos zu schützen. Der Sprecher gab in diesem Zusammenhang zu verstehen:

Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten haben sich unsere Mitglieder und die anderer Gewerkschaften zum Streik entschlossen. Damit ist mehr als die Hälfte des Personals aus der Tourismusbranche der Stadt zum Ausstand bereit. Sie tun dies, um ihre Arbeitsplätze und Einkünfte zu schützen.

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Tourismus könnte stark einbrechen

Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten, dann könnte nach über drei Jahrzehnten erstmals alles stillstehen in Las Vegas. Casinos sowie Hotels sind ohne entsprechendes Personal einfach nicht tragfähig. Dieses Bewusstsein müssten die verantwortlichen Arbeitgeber endlich zu spüren bekommen, um zu verstehen, wie wichtig sichere und transparente Arbeitsplätze sind. Schlussendlich stehen hinter jedem Vertrag echte Menschen, die möglicherweise eine Familie zu ernähren haben – und die selbst Pflichten erfüllen müssen. Aktuell sind Brancheninsider sehr gespannt darauf, was am 1. Juni 2018 in Nevada passiert. Der Tourismus würde für geraume Zeit deutlich darunter leiden. Anders ließ sich bisher aber kein Druck ausüben.

Manch einer denkt auch heute noch an den Streik zurück, der im Jahr 1984 ähnliche Gründe hatte. Damals wurde die Arbeit für ganze 67 Tage niedergelegt. Millionen sind der Branche damit entgangen. Man geht aktuell davon aus, dass ein erneuter Streik sogar noch größere Folgen nach sich zieht. Diverse Hotel Casinos fürchten um massive Umsatzeinbrüche. Auch und gerade unter den Gästen macht sich derzeit Unsicherheit breit. Wie die Branche den Verlust von mehreren zehntausend Mitarbeitern abfangen will, bleibt abzuwarten. Noch drei Tage verbleiben, um das Schlimmste eventuell doch abzuwenden und sich gütlich zu einigen. Dafür bedarf es zum einen einer Vertragsverlängerung mit klaren Vorgaben, zum anderen einen finanzielle Lösung.