Spielhersteller unter Beschuss: Das Ende kindlicher Slots?

Seit vielen Jahren stehen Online Casinos hoch im Kurs. Nach wie vor finden sich dort genügend Spiele – und gerade viele Slots wirken fast so, als seien Sie für Kinder gemacht. Besonders gerne geht es um Storys, in denen kindliche Helden im Fokus stehen. Auch wurden bereits zahllose Male Kinderfilme als Vorlage für Automatenspiele genutzt. Märchen und Sagen stehen bei Spielern hoch im Kurs.

Alice SpielautomatDie Symbolik erinnert tatsächlich meist an Comics und Filme, die von Erwachsenen im TV sicher nur sehr selten gesehen werden. Genau hier liegt das Problem, denn der kindlich gestaltete Content ist den Regulierungsbehörden ein Dorn im Auge. Damit soll schon bald Schluss sein – zumindest im Vereinigten Königreich. Die UK Gambling Commission will Spielautomaten, die Kinder grafisch ansprechen, ein Ende setzen. Ob dieses Ziel realisierbar ist, bleibt abzuwarten. Mit einem Verbot würden schlagartig tausende Slots vom Markt verschwinden. Auf der anderen Seite steht natürlich der Schutz von Kindern und Jugendlichen, die eben keine Spiele dieser Art zu nutzen haben – und sich davon auch möglichst nicht angesprochen fühlen sollten.

UK untersagt kinderfreundliche Spielautomaten

Vorerst ist es den Gaming Unternehmen nicht mehr erlaubt, im UK Spiele anzubieten, die in irgendeiner Form kinderfreundlich sind. Slots mit Märchenthema und ähnlicher Content werden folglich komplett aus dem Portfolio der Betreiber gestrichen. Die meisten Konzerne lassen sich von dem Verbot allerdings nicht beirren, denn rein rechtlich gibt es nichts, dass die Unternehmen daran hindert, Spiele mit kindlichen Grafikinhalten zu verbreiten. Ob diese Spiele nun von Kindern und Jugendlichen als attraktiv empfunden werden oder nicht, ist für die Betreiber der großen Marken unerheblich.

Schaut man sich in Großbritannien auf gängigen Suchmaschinen wie Google um, wird hier nach wie vor eine riesige Bandbreite an kindlich gestaltetem Glücksspiel-Content geboten. Offenbar haben die Entwickler nicht vor, irgendetwas an ihrem Konzept zu ändern, um Minderjährige vor einer Spielsucht zu schützen. Auch ist es im Online Casino nach wie vor sehr einfach für Jugendliche, sich mit solchen Spielautomaten zu beschäftigen. Ein Datenabgleich, die Verifikation, erfolgt nämlich erst dann, wenn es ums Auszahlen von Gewinnen gibt. Bis dahin ist in vielen Casinos nicht einmal die Registrierung erforderlich. Kostenlos kann demnach komplett anonym gespielt werden. Die Gefahr, Geld einzusetzen, gibt es zwar nicht, dennoch müssten die Glücksspielbetreiber Minderjährige deutlich besser schützen. Das wäre beispielsweise möglich, indem die Registrierung inklusive Datenabgleich direkt erfolgt. Seiten, die keine Registrierung voraussetzen, könnten die Risiken für junge Menschen damit recht einfach abwenden.

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Spielentwickler unter Beschuss

Unternehmen wie Videoslots.com mit Sitz in Malta sind bekannt dafür, ihre Spieler mit Slots zu versorgen, die für Kinder durchaus attraktiv erscheinen. Gute Beispiele sind unter anderem Top Cat, White Rabbit oder auch Pied Piper. Kleineren Kindern ist gar nicht bewusst, welches Risiko hinter solchen Glücksspielen steckt. Für sie zählen allein die Märchen und Kinderfilm Grafiken, die sich hinter den besagten Titeln verbergen. Auch andere Casino Webseiten agieren in dem Punkt sehr ähnlich. Gerade die kostenlosen Demoversionen sind für jedermann zugänglich – oftmals eben ohne die Erfordernis einer Registrierung. Genau hier entstehen die Probleme, denn zumindest in der Theorie haben selbst sehr junge Kinder vollen Zugriff auf das Angebot.

Die UK Gambling Commission ist die erste Behörde, die genau solche Anbieter unter Beschuss stellt. Es sollen alle Inhalte, die Kindern attraktiv erscheinen, gesperrt werden. Dabei wäre es wohl das einfachste, eine Registrierung zur Pflicht zu machen und die Verifikation bereits in diesem Zusammenhang zu fordern. Wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und seine Volljährigkeit nicht beweisen kann, der dürfte damit zumindest theoretisch keinen Zugriff mehr auf den Content haben. Ob dies realisierbar ist, bleibt abzuwarten. Faktisch müssen die Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden. Auf der anderen Seite sollten Eltern mehr Verantwortung tragen. Es ist schon so manchem Kind gelungen, sich an Dokumenten der Eltern zu bedienen, um dann riesige Gewinne einzufahren. In erster Linie haben die Familien auf ihre Jugendlichen aufzupassen. Dennoch müssen auch Casinobetreiber mehr für die Sicherheit tun – und das natürlich nicht nur in Großbritannien.