Studie zeigt: So wichtig sind Online Casinos

In Deutschland geht es so langsam voran mit einer ordentlichen Regulierung des Glücksspielmarktes. Eine Studie soll nun belegen, dass die bisherigen Pläne, Online Casinos gänzlich zu verbannen, mehr als weltfremd sind. Wir leben schließlich im digitalen Zeitalter, und dazu gehören nun einmal virtuelle Glücksspielangebote, wie Spielautomaten, Roulette, Poker, Live Tische und dergleichen. Um zu beweisen, welch hohe Relevanz die Branche inzwischen hat, wurde die besagte Studie von WestLotto und Löwen Entertainment in Auftrag gegeben.

Studie Online CasinosDie Studie läuft unter dem Namen „Die Digitalisierung des Glücksspiels“.

Sie belegt eindeutig, dass die digitale Lebenswirklichkeit nicht mit einem kompletten Verbot von Online Slots respektive generellen Glücksspielangeboten vereinbar ist. Die Autoren machen zudem klar, dass illegale Anbieter nur dann zu verdrängen sind, wenn auf der anderen Seite eine Regulierung offizieller Online Casinos durchgeführt wird.

Zudem würde sich die Vergabe von Glücksspiellizenzen positiv auf den Spielerschutz auswirken. Noch gibt es keine Reaktion von Seiten der Politik. Die Studie ist jedoch repräsentativ und könnte Deutschland beim lang diskutierten Thema deutlich voranbringen.

Pauschales Verbot von Online Glücksspiel nicht realisierbar

Wenn Deutschland das Problem der Spielsucht sowie den Verlust potentieller Steuereinnahmen wirklich angehen will, dann ist ein Verbot von Online Casinos eindeutig kontraproduktiv. Digitales Glücksspiel ist nicht unsere Zukunft, sondern wir befinden uns bereits mittendrin. Nahezu alle Branche haben sich längst dazu entschieden, den digitalen Vertriebsweg zu wählen. Kaum ein Sektor ist allerdings so schnell gewachsen wie das Glücksspiel. In unserer Lebenswirklichkeit sind Spielautomaten auf dem Smartphone und am PC längst zum Alltag geworden. Daran würde auch ein Verbot nichts ändern. Dieses führt allenfalls dazu, dass Spieler in die Illegalität abwandern. Bisher ist das Spielen in Casinos lediglich eine rechtliche Grauzone – und das bereits seit vielen Jahren.

Wie eine ordentliche Regulierung funktionieren kann, das leben uns Dänemark und auch Großbritannien inzwischen vor. Auch einige weitere Länder haben längst begonnen, diese Lebenswirklichkeit anzuerkennen und den Glücksspielmarkt im Netz zu regulieren. Italien wird bereits im März 2018 ganze 120 Online Casino und Sportwetten Lizenzen verkaufen. Allein durch diesen Verkauf werden rund 24 Millionen Euro eingenommen – zuzüglich zu Steuereinnahmen, die auf mehrere Millionen Euro pro Jahr geschätzt werden. Online Glücksspiele sind ein Milliardenmarkt, aus dem sich auch hierzulande problemlos schöpfen ließe. Dazu allerdings braucht es eine klare Linie und die Möglichkeit für Betreiber, offizielle Lizenzen zu erwerben. Sowohl Großbritannien als auch Dänemark haben es mit ihrem neuen Konzept geschafft, der Illegalität zu entkommen und nicht lizenzierte Anbieter fast komplett zu verdrängen. Damit ist nicht zuletzt ein deutlich besserer Spielerschutz gewährleistet.

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Studie verdeutlicht Relevanz des Online Glücksspiels

Unter den Teilnehmern der Studie haben immerhin 35% angegeben, dass sie gerne in lizenzierten und damit gesetzlich legalen Online Casinos sowie auf Sportwetten-Seiten spielen würden. Allerdings ist dies aktuell noch nicht möglich – und es wird mit einer Durchsetzung des vor Jahren geplanten pauschalen Verbots noch schwieriger, nicht in die Illegalität zu rutschen. Viele Spieler wissen nicht einmal, dass das Spielen auf diesen Seiten theoretisch illegal ist, Deutschland es bisher aber weitestgehend kommentarlos duldet.

Über 15% des in der EU gebotenen Glücksspiels geht auf Online Angebote zurück. In Deutschland sind es sogar 16% aller Umsätze, die fernab landbasierter Spielbanken und Spielhallen erwirtschaftet werden. Auf Online Slots, Online Roulette und Co. werden allerdings keine Steuern erhoben. Schließlich sind diese Anbieter keine offiziell anerkannten. Würde dich hieran etwas ändern, ergäben sich gleich mehrere Vorteile. Deutschland könnte seinen Haushalt innerhalb kurzer Zeit sanieren. Wir reden schließlich über Milliardenerträge, auf die in der Summe mehrere Millionen Euro Steuern pro Jahr zu entrichten wären. Zum anderen wäre der stärkere Spielerschutz die perfekte Basis, um Spielsucht besser in den Griff zu bekommen. Und zu guter Letzt könnte man in der heutigen digitalen Welt auch als Spieler deutlich unbeschwerter seine Lieblingsslots genießen – mit dem Wissen, dies endlich ganz legal tun zu dürfen.

Der Bevollmächtigte der Geschäftsführung von Löwen Entertainment, Dr. Daniel Henzgen, sagte dazu: „Deutschland ist der zweitgrößte Online-Markt Europas. Die Relevanz des Verbotes strebt also gegen Null. Jetzt ist es am Gesetzgeber, hier einen ordnungspolitischen Zugriff zu bekommen. Denn Glücksspiel ist ein sozial-sensibles und regulierungsbedürftiges Produkt.“ Dies belegt nicht zuletzt die kürzlich abgeschlossene Studie.