UK Schulen arbeiten an Spielsuchtprävention

Neues Schulfach in Großbritannien eingeführt: Spielsuchtprävention wurde nun als Pilotprojekt auf verschiedenen Schulen unterreichtet. Ziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendliche über das Glücksspiel und seine Gefahren aufzuklären. Die Idee dazu kam von der Denkfabrik Demos, der offensichtlich sehr daran gelegen ist, den Jugendschutz auf ein neues Level zu führen. Sicherlich ist Glücksspiel für viele Menschen Unterhaltung. Allerdings sollte man sich der Risiken unbedingt bewusst sein.

SpielsuchtGanz ohne Grund ist das Pilotprojekt zum Thema Glücksspielprävention an Schulen natürlich nicht angelaufen. Studien zufolge sollen allein im Vereinigten Königreich etwa 25.000 Jugendliche und sogar Kinder spielsüchtig sein. Man bezeichnet sie als Problemspieler. Hierzulande undenkbar, denn der Jugendschutz in Deutschland wird seit Jahrzehnten groß geschrieben – und zumindest von den meisten Betreibern sowie Angestellten in Casinos und Spielbanken sehr ernst genommen.

In Großbritannien sind die Sorgen berechtigt. Man fand heraus, dass allein eine Woche vor Anlaufen des Projekts jedes sechste Kind in den Altersklassen zwischen 11 und 15 Jahren einem Glücksspiel nachgegangen ist. Durch die wachsende Online Casino Branche ein Leichtes. Hier fällt es nicht leicht, das wahre Alter der Kunden zu überprüfen.

650 Kinder nahmen am neuen Unterrichtsfach teil

Das Projekt findet an mehreren weiterführenden Schulen im UK Stand. Hieran nehmen inzwischen rund 650 Kinder teil. Sie erhalten wichtige Informationen und lernen, sich des Risikos bewusst zu werden, da mit Glücksspielen aller Art einhergeht. Ob dies am Ende ausreicht, bleibt abzuwarten. Ziel ist es außerdem, die Strategien der vielen wenig seriösen Anbieter – gerade unter den Online Casinos – aufzuzeigen und zu lehren, wie sich Kinder sowie Jugendliche selbst bestmöglich schützen können. Natürlich werden den Schülern außerdem Hilfestellen genannt sowie Beratungseinrichtungen, die sich auf Glücksspielsucht spezialisiert haben.

Was tun, wenn ein Freund oder Familienmitglied an Spielsucht erkrankt ist? Auch auf diese Frage liefert die Denkfabrik Demos eine Antwort. Die Thinktanks, wie sich Denkfabriken im UK nennen, haben sich zur Aufgabe gemacht, Forschungen anzustellen und gerade in den Bereichen Soziales sowie in der Wissenschaft neue Impulse zu setzen. Die Meinung der Öffentlichkeit soll gleichzeitig positiv beeinflusst werden.

Simone Vibert, die hier verantwortlich ist, versteht den Mangel an Präventionsmaßnahmen nicht – gerade in Bezug auf die Jüngsten: „Angesichts der Tatsache, dass es heute an der Tagesordnung ist, dass Kinder und Jugendliche über Risiken von Drogen, Alkohol und Sex aufgeklärt werden, ist es sehr ungewöhnlich, dass nur so wenige über Glücksspiel informiert werden.

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Pilotprojekt bereits jetzt erfolgreich

Inzwischen konnten die Verantwortlichen des Projekts erste Ergebnisse präsentieren – und diese sprechen klar für den Erfolg des Unterrichtsfachs Glücksspielprävention. Demos zufolge gab es relativ schnell einen deutlichen Rückgang an Jugendlichen, die an Glücksspielen im Internet oder aber lokal teilgenommen hatten. Waren diese Kinder noch kurz zuvor regelmäßig an Kartenspielen beteiligt, kann man inzwischen feststellen, dass die Aufklärung ihre Wirkung zeigt. Natürlich wurden alle Teilnehmer mehrfach getestet. Heute wissen die 650 Kinder und Jugendlichen der weiterführenden britischen Schulen ganz genau, an welche Stellen man sich bei Verdacht auf Spielsucht wenden und wo man Hilfe erhalten kann.

Demos ist mit den Ergebnissen nicht nur sehr zufrieden, sie hat auch schon die britische Regierung kontaktiert und verlangt nun eine möglichst zeitnahe Integration des neuen Schulfachs in sämtliche Lehrpläne britischer Schulen. Dort würde der Unterricht zur Fächergruppe Sozialwissenschaft, Wirtschaft, Gesundheit sowie Persönlichkeitsentwicklung zählen.

Ob diese erhoffte Verankerung stattfindet, wird sich zeigen. Für unsere deutschen Schulen ist das Unterrichtsfach sicher nicht uninteressant, wobei der Teil spielsüchtiger Jugendlicher vergleichsweise überschaubar wirkt. In Zeiten moderner Medien, wie Smartphones und Tablets, ist aber auch hierzulande Obacht geboten. Das Pilotprojekt in Großbritannien hat bereits einiges bewirkt. Sollte das Thema Spielsucht auch Deutschlands Jugend stärker betreffen als bisher, könnte sich das Schulfach möglicherweise sowohl hier als auch in weiteren Teilen Europas durchsetzen.