Volksentscheid in der Schweiz für Online Casinos

Das Glücksspielgesetz in der Schweiz soll bereits in Kürze revidiert und damit zuungunsten diverser Betreiber von Online Casinos geändert werden. Die Entscheidung steht an, doch noch versuchen Gegner mit einer groß angelegten Kampagne, ihr Referendum für internationale Online Glücksspielanbieter durch zu kriegen. Die dazu benötigten 50.000 Unterschriften müssen spätestens am 18. Januar 2018 eingereicht werden. Die Organisatoren des Referendums sind guter Dinge. Welche Auswirkungen das auf die gesamte Online Casino Branche in der Schweiz hat, bleibt abzuwarten.

Das Für und Wider des neuen Gesetzesentwurfs

Flagge SchweizEs wurde schon vor geraumer Zeit bekanntgegeben, dass das Glücksspielgesetz revidiert werden soll. Kaum ausgesprochen, fanden sich direkt zahlreiche Gegner. Auf der anderen Seite stehen weiterhin die Befürworter der kompletten Verbannung von Online Glücksspielsetzen. Ziel des neuen Gesetzes ist es, internationale Angebote und Webseiten gänzlich zu sperren. Dass Spielautomaten, Roulette und Co. auch in der Schweiz extrem beliebt sind, das ist längst kein Geheimnis mehr. Umso besser, wenn diesen Spielern eine seriöse Plattform gegeben werden kann – eine, die durch offizielle Lizenzen ordentlich reguliert wird. Nur dann ist es möglich, Gamer zu schützen und den nicht legalen Anbietern ein Ende zu setzen.

Als „neue Form der Internet-Zensur“ sehen Gegner die geplante Gesetzesänderung. Sie haben sich für ein Referendum entschieden. 50.000 Unterschriften sind wenigstens erforderlich, um die Verabschiedung des Gesetzes abzuwenden. Im Ursprung ging es der Schweiz darum, alle internationalen Casino Seiten zu sperren. Dies würde bedeuten, dass letztlich nur noch im Land ansässige Casinos und Spielbanken eine Option haben, auch online aktiv zu sein.

Werden ausländische Wettbewerber komplett verbannt?

Tatsächlich würde das Durchsetzen des neuen Entwurfs allein schweizerischen Unternehmen dienen. Sie hätten freie Bahn – was wiederum von diversen Gegnern des Gesetzes scharf kritisiert wird. Insbesondere gilt die Sorge Konzernen, die lediglich indirekt unter der Änderung leiden würden. Eine willkürliche Netzsperre ist den Gegnern zufolge nicht zu verantworten. Man befürchtet zudem, dass demnächst auch zahlreiche andere Branchen betroffen sein könnten. Die Schweiz koppelt sich somit vom internationalen Web ab. Unabhängig davon gehen die Kritiker davon aus, dass eine Netzsperre langfristig nicht zum Erfolg führen würde. Es gibt in der heutigen Zeit genügend Möglichkeiten, solche Sperren zu umgehen.

Auf der anderen Seite stehen Befürworter des neuen Gesetzes. Allerdings ist auch ihnen bewusst, dass die Schweiz herbe finanzielle Verluste erleben würde. Immerhin geht es hier um rund 250 Millionen Franken, die Jahr für Jahr in Online Casinos verspielt werden – Geld, das die Betreiber allerdings nicht in der Schweiz versteuern. Logisch wäre somit, Unternehmen am Ende doch offizielle Lizenzen zu gewähren. Allein der Spielsucht-Schutz wäre damit deutlich einfacher zu gewährleisten.

Swiss Casino

Junge Aktivisten ergreifen die Initiative

Verschiedene Parteien haben sich dem Referendum angeschlossen – allen voran jüngere Aktivisten. Durch die parteiübergreifende Zusammenarbeit ist es Angaben zufolge bereits gelungen, die erforderlichen 50.000 Unterschiften gegen das neue Gesetz zu sammeln. Allerdings will man auf Nummer sicher gehen und wenigstens 10 Prozent zusätzliche Stimmen sammeln. So wäre es ein Leichtes, die geplante Revision abzuwenden. Noch dürfen Schweizer Spieler und nicht zuletzt Casinobetreiber auf ein gutes Ende dieses Referendums hoffen. Was allerdings dann folgt, das weiß bisher niemand so genau. Die Schweiz hat offenbar nicht vor, legale Casinos aus dem Ausland zu ernennen, indem sie seriösen Anbietern eine entsprechende Lizenz erteilt.

Einer der Initiatoren der groß angelegten Kampagne, Andri Silberschmidt, gab an: „Während der Semesterferien hatte unsere Mitglieder mehr Zeit, Unterschriften zu sammeln als noch im Oktober und November.“ Es bleibt den Verantwortlichen nicht einmal eine Woche, die Liste zu vervollständigen und entsprechend fristgerecht einzureichen. Die Initiative ließ auch Glücksspielbetreiber nicht kalt – und ist gerade wegen der finanziellen Unterstützung durch Bwin, Interwetten und weitere Unternehmen sehr umstritten. Silberschmidt teilte mit, dass die Betreiber inzwischen rund 500.000 Franken investiert haben. Dadurch war es möglich, Sammler für die Unterschriftenaktion zu organisieren, die diesen „Job“ professionell ausüben.