Hilft Nasenspray gegen Spielsucht?

Geht es um pathologisches Spielverhalten, wird aus dem Spaß im Casino schnell ernst. Forscher aus Finnland wollen jetzt die Lösung gefunden haben, mit der sich Spielsucht möglicherweise in den Griff kriegen lässt: Nasenspray. Was wie eine verrückte Idee klingt, wird in den kommenden Wochen und Monaten ausführlicher in Finnland erforscht. Die Wissenschaftler der Studie haben bereits zahlreiche Probanden für sich gewinnen können und hoffen darauf, bald ein repräsentatives Ergebnis zu liefern.

Erst seit kurzem zählt die Sucht nach dem Spiel zu den in Europa anerkannten Krankheiten. Für diesen Erfolg mussten Therapeuten, Ärzte und nicht zuletzt Betroffene lange kämpfen. Wie die meisten Süchte führt auch das pathologische Spiel zu einem kompletten Kontrollverlust. Krankhafte Spieler verlieren über kurz oder lang nicht nur Hab und Gut, sie schotten sich auch von ihrem privaten Umfeld ab und können keine sozialen Kontakte mehr pflegen. Tritt im Privatleben ein neues Problem durch die Spielsucht auf, wird dieses durch weiteres Spielen kompensiert – ein Teufelskreis, dem sich nur sehr schwer entkommen lässt. Therapien sind ähnlich erfolgreich wie bei Alkoholismus. Die Rückfallquote ist aber immer noch deutlich zu hoch.

Die Lösung liegt bei den Finnen

Nasenspray SpielsuchtIn Finnland haben sich diverse Forscher intensiv mit der Problematik Spielsucht auseinandergesetzt und inzwischen ein Produkt entwickelt, das die Lust aufs Spielen verhindern soll: ein Nasenspray! Natürlich handelt es sich um kein gewöhnliches Spray, wie es heute in jeder Apotheke zu kaufen ist. Einer der wesentlichen Inhaltsstoffe ist Naloxon. Dieses soll den Spieler von ihrem Drang, sich an den Spielautomaten zu setzen, abhalten. Bekannt ist das Mittel als Antidot. Ob es wirkt wie erhofft, das sollen in den kommenden Wochen erste Studien zeigen.

Üblicherweise werden Medikamente bei Drogen- und Alkoholsucht genutzt, nicht aber bei pathologischen Spielern. Betroffenen bleibt also nur der Weg zu Beratungsstellen, Verhaltenstherapeuten und Psychologen. Damit waren die Möglichkeiten bisweilen ausgeschöpft. Das könnte sich ändern, wenn das im besagten Nasenspray befindliche Naloxon tatsächlich hält, was sich die finnischen Forscher von ihm versprechen. In der Notfallmedizin ist das Medikament nicht unbekannt. Dennoch wäre wohl niemand darauf gekommen, Spielsucht mit einem Nasenspray zu bekämpfen. Ziel des Sprays ist es, die Dompamin Produktion zu hemmen. Diese wiederum wird durch γ-Hydroxybuttersäure (GHB) ausgelöst.

130 Probanden zur Studie eingeladen

Ab nächster Woche zeigt sich, ob die Finnen Recht behalten mit ihrer Idee, die Ausschüttung von Dopamin zu blockieren. Immerhin sind ganze 130 Spieler angemeldet, die das Nasenspray testen sollen. Um repräsentative Werte zu erreichen, wird einigen der Teilnehmer aber auch ein Placebo verabreicht. Insgesamt will man diese Studie über ein Jahr hinweg durchführen, um auch Langzeitergebnisse liefern zu können. Professor Dr. Hannu Alho, der in Helsinki am Nationalen Institut für Gesundheit und Soziales verantwortlich ist, sagt dazu: „Das Spray gelangt innerhalb von Minuten ins Gehirn, daher ist es sehr nützlich für Spieler. Wenn das Verlangen nach dem Spiel einsetzt, benutzt man einfach das Spray.

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Tatsächlich hatten die Finnen schon mehrere Forschungsversuche gestartet, sind aber bisher nicht ans Ziel gelangt. Damals wurden Tabletten gegen Spielsucht entwickelt. Ihre Wirkung war letztlich nicht schnell genug. Man kann Spielsucht mit der Sucht nach Nikotin vergleichen. Müssen Raucher 20 Minuten auf das Einsetzen der Wirkung von Präparaten warten, ist die nächste Zigarette längst geraucht – und in diesem Fall eben schon einige Runden am Automaten gespielt. Alho weiß, dass pathologische Spieler nicht lange überlegen, sondern ihr Verlangen direkt zu stillen versuchen. Durch das Nasenspray könnte eine sehr schnelle Wirkung erzielt werden. Ob diese langfristig ausreicht oder ob der Körper tatsächlich Wege findet, sich an den Effekt zu gewöhnen, das können nur Langzeitstudien zeigen.

Eine Chance für Spielsüchtige

Wie immer in der Forschung bleibt auch diesmal die Hoffnung, dass es früher oder später tatsächlich die rettende Medikation für Spielsüchtige gibt – insbesondere, weil eben viel mehr an einer solchen Sucht hängt als nur der herbe Verlust hoher Summen. In rund einem Jahr sollten erste Ergebnisse vorliegen. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn Finnland mit dem Nasenspray gegen Spielverlangen Erfolg hat – vor allen Dingen, weil das nächste Online Casino nur einen Klick entfernt ist.