Klage eines Suchtspielers

Ein Mann aus der West-Steiermark klagt derzeit gegen einen Automatenbetreiber, weil er in dem Etablissement etwa 350.000 Euro verzockte. Schon im Vorfeld landete er selbst hinter Gittern – als Folge seines Suchtverhaltens und der Weise, wie er an das von ihm so dringend benötigte Geld zum Spielen gekommen ist. Nun wirft er dem Betreiber der Spielhalle vor, dass dieser gesetzliche Regulierungen des kleinen Glücksspiels umgangen haben soll. Der Weststeirer hat nicht nur sein eigenes Leben ruiniert, sondern auch das vieler weiterer Menschen. Er muss sich für sein Verhalten verantworten und verbringt wohl noch eine ganze Weile im Gefängnis. Sein Ziel ist es, sich nun einen Teil der verzockten Beträge beim Betreiber wiederzuholen. Die Wett Cafe GmbH ist betroffen von dieser Klage, gegen die der Mann gemeinsam mit einer Anwältin vorgeht. Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine Novomatic Enkelin.

 

Fast 350.000 Euro verzockt – auf Kosten anderer

klage eines casinobetreibersDas zuständige Gericht muss nun klären, ob der Mann Recht hat und wie viel er gegebenenfalls von den rund 350.000 Euro zurück erhalten kann. Außerdem steht die Frage im Raum, ob der Mann in seinem derzeitigen Suchtzustand überhaupt geschäftsfähig war, als er dieses Geld in dem Automatenbetrieb verspielte. Laut ihm sollen einige der Automaten nicht die Grenzen des kleinen Glücksspiels einhalten. Er meint, dass die Einsatzbeschränkungen ebenso wenig legal seien wie die Gewinnausschüttungen. Nun will er dem Gericht beweisen, dass die gesetzlichen Vorgaben von der Wett Café GmbH umgangen wurden. Sollte er es tatsächlich schaffen, sich vor Gericht gegen das Unternehmen zu behaupten, wird er selbst nicht einen Cent von dem Geld sehen, sondern dieses leitet das Gericht direkt an die Opfer weiter, die der Weststeirer langfristig um ihr Geld betrogen hatte. Der zweifache Familienvater sei laut seiner Anwältin bereits in der Jugend spielsüchtig gewesen. Er verspielte in den letzten Jahren seine Ersparnisse sowie das Geld, das ihm seine Familie geliehen hatte.

 

 

Eine Klage wie nie zuvor

Bei dem Mann handelt es sich um einen Vermögensberater. Er saß somit tatsächlich an der Geldquelle und kam auf die Idee, seine Klienten um ihr Geld zu betrügen. Durch unrealistische Angebote und Top Zinsen, die es nicht gegeben hatte, leierte er den Opfern insgesamt rund 460.000 Euro aus dem Kreuz. Weil nichts mehr ging, musste er sich stellen und zeigte sich selbst bei der zuständigen Polizei an. Dreieinhalb Jahre lang wird er nun hinter Gittern sitzen und seine Strafe zumindest zu einem Bruchteil bekommen. Die Opfer hingegen stehen nun vor dem Nichts, sollte das Gericht dem Spieler nicht Recht geben und zumindest ein wenig von dem Geld zurückfordern.