Niederlande erklärt Lootboxen für Glücksspiele

2017 gab es einen regelrechten Skandal um Lootboxen, die insbesondere bei Spielen wie Battlefront 2 auf dem Smartphone und Tablet zum Einsatz kamen. Seither machen sich gleich mehrere Länder Gedanken darüber, ob man die Lootbox als Glücksspiel einstufen muss. Wenn dem so ist, würden für sie ganz andere Bedingungen gelten als es aktuell noch der Fall ist. In den Niederlanden hat es inzwischen einen Prozess gegeben. Der Beschluss: Unter gewissen Umständen werden Lootboxen als Glücksspiel eingestuft und sind damit offiziell illegal. Einige Aspekte müssen bei der Verwendung dieser Systeme berücksichtigt werden, wobei es für Laien sicher schwer wird, legale von unerlaubten Lootboxen zu unterscheiden.

Flagge NiederlandeDie Niederlande haben mit ihrem Urteil zum Thema Lootboxen und Glücksspiel ein Exempel statuiert, dem möglicherweise schon bald weitere Staaten folgen könnten. Fakt ist, dass man an der Seriosität der Lootboxen zweifeln darf. Im Fall von Star Wars: Battlefront 2 wurde 2017 deutlich, dass eben nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann. Seither steht der Entwickler Electronic Arts im Kreuzfeuer und muss sich der heftigen Kritik stellen. Erst wenn über die Lootbox Dinge gekauft werden, ist es Spielern hier möglich, überhaupt einen Fortschritt im Spiel zu erzielen. Mitunter kann der „Spaß“ schnell ins Geld gehen.

Abschaffung nur von kurzer Dauer

Wegen des enormen Skandals hatte sich EA Games kurzerhand entschieden, die Lootboxen aus der neue Star Wars Version herauszunehmen. Die Freude auf Seiten der Glücksspielkritiker und Spielsuchtexperten darüber war jedoch nur von kurzer Dauer. Seit einigen Monaten sind die Lootboxen nämlich wieder im Spiel – angeblich nur für „kosmetische Zwecke“, wie EA Games beteuert. Da sich dieser Zweck jedoch nicht beweisen lässt, entschieden neben den Niederlanden gleich diverse Staaten, sich dem Thema anzunehmen und Lootboxen sowie deren Sinn einmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis ist erschreckend. Die Niederlande haben direkt reagiert und entschieden, dass Lootboxen als Glücksspiel einzustufen sind. Wer nicht investiert, der kommt im Hauptspiel nicht weiter. Damit werden insbesondere Kinder und Jugendliche immens gefährdet, die die hohen Kosten gar nicht einschätzen können – zumal sie nicht einmal geschäftsfähig sind.

Vier von insgesamt 10 Lootboxen Spiele, die in den Niederlanden überprüft wurden, sind mittlerweile als Glücksspiel eingestuft. Den Verantwortlichen wurden Bestimmungen auferlegt, die es nun einzuhalten gilt. Wetten und Glücksspiele sind dort nämlich genauso wenig legal wie hierzulande. Der Staat hat bisweilen keine offiziellen Informationen herausgegeben, um welche Spiele genau es sich handelt, die nun Änderungen vornehmen müssen. Fakt ist jedoch, dass es bei all diesen Spielen die Möglichkeit gibt, über Lootboxen verschiedene Objekte zu erwerben und damit zu handeln. Genau hier sieht der Staat das eigentliche Problem. Schließlich haben die eigentlich virtuellen Gegenstände einen Marktwert. Entscheidend für selbigen ist der Zufall. Das lässt die Niederlande zu dem Schluss kommen, dass es sich bei den Lootboxen dieser vier Klassiker um Glücksspiele handeln muss, die in der Form nicht weiter verwendet werden dürfen.

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Presse lässt Spieltitel durchschimmern

In den niederländischen Nachrichten wurden bereits vier Spiele genannt, die laut Gesetzgebung als Glücksspiel eingestuft wurden – darunter auch Fifa 18 sowie DOTA2. Ob dies wirklich den Tatsachen entspricht, bleibt abzuwarten. Der Staat wird mit Sicherheit in Kürze alle Spiele veröffentlichen und möglicherweise weitere Lootboxen Klassiker genauer überprüfen.

Ob sich Deutschland der Entscheidung anschließt, ist nicht bekannt. Faktisch haben sich die Gesetzgeber auch hierzulande längst mit der Frage beschäftigt, in wieweit Lootboxen mit Glücksspielen gleichzusetzen sind. Ein offizielles Urteil hat es bisweilen aber noch nicht gegeben. Die Niederlande räumen den betroffenen Spielmachern eine Frist bis Mitte Juni 2018 ein. Spätestens dann müssen die Mechanismen komplett entfernt worden sein. Die Verantwortlichen geben dazu folgende Information bekannt: „Den holländischen Spielern ohne Lizenz diese Arten von Glücksspiel anzubieten ist verboten.“ Ein klares Statement, das nicht zuletzt dazu dient, Spieler vor horrenden Kosten zu schützen.

Über den Autor: Paul Josh

Paul Josh

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