Schweiz entscheidet über Glücksspiel

Wie schon vor einigen Wochen gemeldet, durften die Schweizer selbst abstimmen, ob Glücksspiele künftig erlaubt werden sollen oder nicht. Im Zuge der am 10. Juni dieses Jahres stattfindenden Parlamentswahl wird es auch im Bereich des Glücksspiels spannend – und das insbesondere für die Konzerne, die auf eine offizielle Liberalisierung ihrer Online Casinos hoffen. Die Abstimmung soll zum einen entscheiden, ob und in wieweit es möglicherweise zu Sperrungen ausländischer Anbieter kommt. Zum anderen geht es um die Frage: Will sich die Schweiz wirklich komplett von der Außenwelt abschotten will, das das Thema Glücksspiel anbelangt.

SchweizAktuell sieht es für ausländische Casinos und Buchmacher in der Schweiz gar nicht mal so schlecht aus. Sollte die Entscheidung zugunsten dieser Anbieter ausfallen, wäre dies ein gutes Beispiel – auch und gerade für Deutschland. Aktuell kann man nur festhalten, dass es die Schweiz absolut nötig hat, dem Unternehmen mehr Offenheit entgegenzubringen. Sich abzuschotten, das hätte gerade wirtschaftlich fatale Folgen für das Land.

Legalisierung durchaus denkbar

Viele Experten, aber natürlich auch Betreiber, hoffen darauf, dass es schon in Kürze möglich sein wird, offizielle Glücksspiellizenzen zu beantragen. So wäre der Zugang für Online Anbieter gewährleistet, die bisher tatsächlich nur auf den virtuellen Markt fokussiert sind. Mit einer Lizenz wären die Betreiber dann im Zugzwang. Zum einen gibt es sicher sehr strikte Vorgaben, zum anderen werden Abgaben verlangt, von denen das Land langfristig profitiert. Dass ein solches Konzept aufgehen kann, das hat Dänemark bereits eindrucksvoll bewiesen. Auch für Deutschland wären ähnliche Modelle vorstellbar – würde man sich in der Regierung nicht so stur stellen.

Während man hierzulande und auch in der Schweiz erst einmal auf Netzsperren setzt, geht in Dänemark alles seinen Gang. Glücksspiel läuft dort in geregelten Bahnen. Seither sind die Kriminalität und das Abwandern in nicht lizenzierte Casinos deutlich zurückgegangen. Der Schwarzmarkt hat in Dänemark kaum mehr eine Chance. Nicht zuletzt der Staat selbst hat Vorteile durch die Legalisierung – insbesondere in Form hoher Steuereinnahmen, mit denen sich Haushaltslöcher stopfen lassen.

Dass sich sowohl die Schweiz als auch Deutschland bisher gegen ein solches Konzept sträuben, liegt allein daran, dass der Heimatschutz bestehen bleiben soll. Im Vordergrund stehen nach wie vor landbasierte Spielbanken. Sie zu schützen, ist aber letztlich die Aufgabe ihrer Betreiber. Diese müssen sich etwas einfallen lassen, um Kunden langfristig an sich zu binden. Indes sollten die Staaten vielmehr daran interessiert sein, mit der Liberalisierung des Glücksspiels neue Einnahmen zu generieren.

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Schweizer Parlament im Zugzwang

Am 10. Juni soll in der Schweiz das Volk entscheiden, was nun mit den ausländischen Online Casinos passiert. Sollte sich das Parlament weiterhin gegen diese Unternehmen wehren, braucht es dringend alternative Ideen. Schlimm genug, dass man Spieler mit dieser Einstellung geradezu bevormundet. Auch für Deutschland gilt: Der Staat sollte nicht entscheiden dürfen, wann und wo sich die Bürger unterhalten lassen. Seit Jahren wird der Spielerschutz als Argument vorgeschoben, doch wenn Online Casinos tatsächlich Lizenzregulierungen unterliegen würden, müsste man sich darum keine Sorgen mehr machen – zumindest deutlich weniger als es heute der Fall ist.

In der Schweiz weiß man bereits, dass es so nicht weitergehen kann. Die Bundesrätin bringt es auf den Punkt: „Die Casinos haben sich hier durchgesetzt.“ Diese Aussage trifft auf Deutschland genauso zu. Davor können auch die Politiker nicht mehr länger die Augen verschließen. Das dänische Modell wäre ein guter Anfang. Bleibt zu hoffen, dass die Schweiz in wenigen Wochen nachzieht. Dann bricht früher oder später vielleicht auch in Deutschland das Eis und wir dürfen uns womöglich in den kommenden Jahren auf offizielle Lizenzen freuen – so, wie sie in Schleswig-Holstein schon einmal durchgesetzt wurden. Bis die Lage klarer wird, agieren Spieler immer in einer rechtlichen Grauzone. Das Gefühl beim Spielen ist damit getrübt, den Spaß an Slots, Roulette und Co. sollte man sich aber dennoch nicht nehmen lassen.