Schweiz erlebt Casino Ansturm

Vor wenigen Monaten hat die Schweiz entschieden, das Glücksspielgesetz durch eine offizielle Volksabstimmung auf den richtigen Weg zu bringen. Ein endgültiges Ergebnis gibt es zwar noch nicht, die Betreiber namhafter Casinos im Land sind aber inzwischen schwer damit beschäftigt, ihre Webseiten für den Schweizer Markt „salonfähig“ zu machen. Wenn es grünes Licht geben sollte, wären mehr als genug Unternehmen startklar. Für das Land bedeutet dies einen riesigen Run und damit ein möglicherweise unübersichtliches Gedränge auf dem Glücksspielmarkt.

SchweizUrsprünglich hatte man auch in der Schweiz das Ziel, ausländische Casinobetreiber zu sperren und dafür einige lokale Anbieter als Online Casinos offiziell zu lizenzieren. Das Gesetz stand bereits, nachdem es bereits ein Referendum gegeben hatte. Nun müssen sich die Betreiber von namhaften Glücksspielkonzernen noch bis zum 10. Juni 2018 entscheiden. Erst ab diesem Datum ist eindeutig klar, ob es eine Legalisierung geben wird oder nicht. Wenn sich die Mehrheit dafür ausspricht, werden 2019 Lizenzen vergeben. Bereits jetzt haben sich einige Konzerne mit Hochdruck an die Arbeit gemacht. Vorrangig sollen lokale Unternehmen die Gelegenheit bekommen, ihre Spiele online anzubieten. Ob ausländische Konzerne dann allerdings komplett verschwinden, bleibt abzuwarten.

Casino Baden bereits in der heißen Phase

Das erste Online Casino steht bereits. Entwickelt wurde es vom Casino Baden und läuft derzeit als Testversion auf jackpots.ch. Es wird ein umfangreiches Portfolio mit klassischen Tischspielen und zahllosen Slots geben. Bis zur offiziellen Erlaubnis ist das Spielen derzeit ausschließlich um Punkte möglich. Die Echtgeldvariante setzt die Verabschiedung eines neuen Gesetzes voraus. Casino Baden CEO Detlef Brose ist allerdings schon jetzt zuversichtlich: „Wir wollen mit unserem Onlinecasino möglichst viele Erfahrungen sammeln, bevor der Markt geöffnet wird.“ Das Spielen lohnt sich bereits heute, denn die Punkte lassen sich an rund 45 Spielen erzielen. Zu gewinnen gibt es außerdem Sachpreisverlosungen und Gutscheine für die lokale Spielbank in Baden.

Swiss Casinos ist ebenfalls fleißig. Der Betreiber mehrerer Spielbanken im Land hat eine eigene Webpräsenz unter der Domain swissonlinegames.ch eröffnet. Dort besteht schon heute die Chance, sich mit den ersten Online Spielen vertraut zu machen und an Turnieren teilzunehmen.

Österreich darf sich beteiligen

Mit dem Angebot des Casino Baden sowie der Swisscasinos ist das Angebot am Schweizer Markt derzeit noch überschaubar. Das könnte sich allerdings schon bald ändern. Bereits vor einigen Tagen hatte Wolfgang Bliem, Geschäftsführer des Casinos Luzern, angegeben, dass man sich um eine Online Bewilligung bemüht. Die entsprechenden Anträge müssen noch eingereicht werden. Eine Testseite will man allerdings nicht einrichten, denn wie Bliem zu wissen glaubt, ist das Spiel um Echtgeld nicht mit kostenlosen Spielen zu vergleichen. Die Zielgruppe ist letztlich eine andere, weswegen er den Verzicht auf eine Testseite als Wettbewerbsvorteil sieht.

Auch drei weitere Casinos haben angekündigt, über den Online Eintritt nachzudenken. Allerdings ist der Run damit noch lange nicht vorbei. Schlussendlich betreiben auch die Casinos Austria in der Schweiz einige Casinos. Insider sind sich einig darüber, dass sich Österreich ein Stück dieses „Kuchens“, der mit der Legalisierung auf das Land zukommt, sichern wird. Es gibt bereits die Seite win3today.at. Sollte der Antrag bewilligt werden, könnte genau diese Glücksspielplattform schon bald auf den Schweizer Markt abgestimmt werden.

Swiss Casino

Wie viel Glücksspiel verträgt der Schweizer Markt?

Bereits jetzt stellen sich erste Kritiker die Frage, ob die Schweiz dem großen Ansturm überhaupt standhält. Sind genügend Spieler da, die den riesigen Markt ausschöpfen würden? All diesen Fragen müssen sich auch die Politiker stellen, ehe eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann. Schätzungen zufolge werden rund 250 Millionen Franken jährlich in Online Casinos gesetzt, die nicht in der Schweiz ansässig sind. Sobald es zur Netzsperre kommt, müssten all diese Kunden, die heute extrem aktiv sind, auf das Schweizer Angebot umgelenkt werden. Ob wirklich alle Spieler mitmachen, das bleibt abzuwarten. Bis zum 10. Juni gilt es ohnehin, sich in Geduld zu üben. Wie es dann weitergeht, das wird die Zeit zeigen.