Videospiele lösen Mediensucht aus

Noch vor wenigen Jahren hätte niemand ein Videospiel für gefährlich oder gar suchtfördernd gehalten. Das Problem, das die Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen sieht: Immer seltener lassen sich Videospiele überhaupt noch von Glücksspielen unterscheiden. Die Grenzen scheinen vollkommen zu verschwinden. Um sich Extras leisten zu können, reichen die gesammelten Punkte kaum aus. Kinder und Jugendliche werden dazu verleitet, „Mini-Käufe“ zu tätigen. Wer zum Beispiel Coins für ein spezielles Equipment braucht, der zahlt eventuell drei bis fünf Euro – meist über den Handyvertrag oder aber PayPal und dergleichen. Kaum hat man dieses Geld eingesetzt, geht es schon nicht mehr weiter im laufenden Level. Erneut kommt es zum Mini-Kauf.

Die Entwickler solcher Videospiele, zu denen auch Zelda, Fifa und dergleichen zählen, generieren mit den kleinen Käufen der Jugend jedes Jahr Milliarden. Gespielt wird bevorzugt auf dem Smartphone und Tablet.

Ein Klick, und schon sind wieder ein paar Euro für Coins oder notwendige Power Ups ausgegeben. Inzwischen wird der begründete Verdacht laut, dass sich die Verantwortlichen mit ihren Videospielen und den dort integrierten kostenpflichtigen Inhalten strafbar machen – der Tatvorwurf lautet unerlaubte Werbung. Aus den damals noch harmlosen Videospielen sind heute echte Casino Spiele geworden. Und die wiederum sollten eigentlich nur Erwachsenen vorbehalten sein.

Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen besorgt

Die Geschäftsführerin der besagten Stelle, Andrea Hardeling, macht sich große Sorgen um die Jugendlichen. Und damit steht sie eigenen Aussagen zufolge nicht alleine da: „Immer öfter kommen Eltern in unsere Beratungsstellen und suchen Hilfe.“ Zu den Kindern äußert sie: „Die sind nicht nur süchtig nach Spielautomaten in ihrer Stadt, sondern zunehmend umgestiegen auf Online-Spiele.“ Es sind durchaus auch die Jugendlichen selbst, die nach Beratung fragen. Insgesamt gibt es in Brandenburg 13 Beratungsstellen, die derzeit geradezu aus allen Nähten platzen. Kostenpflichtige Video Spiele sind, genauso wie entsprechende Apps, längst von Deutschlands Gesetzgebern verboten werden. Die Betreiber machen sich jedoch nur wenig daraus, sind sie doch weit weg im Ausland aktiv.

Weiterhin führt Andrea Hardeling aus: „Die Geschäftsmodelle der Anbieter von Games und Gambling haben sich angenähert„, sagt der Spieleexperte Ingo Fiedler, der mit zwei Kollegen an der Universität Hamburg eine Studie zu diesem Thema erarbeitet hat. Untersucht werden darin auch Geschäftsmodelle und Marktstrukturen von simulierten Glücksspielen und E-Sportwetten. Anders als bei sogenannten Free-to-play-Spielen, die sich durch Spenden oder Werbung finanzieren, ist bei Pay-to-win-Games ein Fortschritt bei einer gewissen Spielstufe an eine Zahlung geknüpft.

Viele vermeintlich kostenlose Spiele sind heute mit den Lootboxen verbunden. Hiermit machen Entwickler richtig Reibach, wie man inzwischen weiß. Ohne Käufe geht es in den Spielen einfach nicht weiter. Jugendliche und Kinder können die Gefahren jedoch kaum einschätzen, die beim Spielen der Video Games lauern. Schließlich kostet die Installation erst einmal nichts. Doch selbst die Mini Käufe summieren sich innerhalb weniger Wochen drastisch. Wann welches Zubehör im Spiel erforderlich ist, entscheidet der Mechanismus der Lootboxen. Kein Kind würde natürlich aufhören zu spielen. Schließlich wird es den Kids sehr leicht gemacht, mit einem Klick Zubehör und Gadgets zu kaufen.

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Regierung schließt sich an

In Brandenburg wurde bereits ganz klar gesagt, dass man die besagten Lootboxen als „nicht unproblematisch“ einstuft. Eine effiziente Lösung scheint aber zum aktuellen Zeitpunkt niemand zu haben. Es gibt immerhin Arbeitsgemeinschaften, die sich dem Problem intensiv widmen. Schließlich kann es nicht Sinn und Zweck von vermeintlichen Videospielen sein, schon bei den Kleinsten eine Mediensucht auszulösen.

Kritisch sind Lootboxen allein deshalb, weil sie Kinder immer wieder zu neuen Käufen verleiten. So entstehen mitunter Kosten in Höhe von einigen tausend Euro, die jugendliche Spieler innerhalb weniger Wochen ausgeben – meist sogar ohne das Wissen der Eltern. Auffallen tut das Verhalten der Kids erst, wenn es zu spät ist und die dicke Rechnung ins Haus flattert. Aktuell wird über ein monatliches Limit nachgedacht. Ob das jedoch die Wirkung erzielt, die man sich erhofft, ist fraglich.

Über den Autor: Paul Josh

Paul Josh

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